„Mir reicht’s. Ich gehe!“

Es war einmal, nach einem Ehekrach: Die Frau steht auf, geht ins Vorzimmer, zieht den Mantel an, setzt den Hut auf und sagt wütend zu ihrem Mann: „Toni, mir reicht’s, ich gehe!“ Da sagt der Toni: „Ist recht, Luise, ich komme mit!“ Die Luise musste lachen, zog sich wieder aus und blieb.

Krisen mit Humor entschärfen

Warum mir diese Szene gefällt? Weil es zeigt, dass es in einer geladenen Konfliktsituation oft hilfreich sein kann, die Ebene des „tierischen Ernstes“ zu verlassen. Einlenken mit Humor: menschlich, gütig, philosophisch. Es verschafft die Pause, die nötig ist, um die Gemüter zu beruhigen. Scheinbares Nachgeben, um das Verbindende in den Vordergrund zu stellen, die persönliche Wertschätzung und Zuneigung über den Streitinhalt hinaus.

Manche Konflikte scheinen mit einiger Distanz gar nicht mehr so wichtig.

Habe ich das Anliegen meines Partners/meiner Partnerin überhaupt richtig verstanden? Muss ich mich um jeden Preis durchsetzen? Manchmal genügt es, gegensätzliche Ansichten einfach zu akzeptieren, mit Verständnis und Toleranz. Wenn nicht, ist es gut, zu einem späteren Zeitpunkt weiter zu verhandeln, bis Einigung erzielt werden kann. Schön ist es, einander ernst zu nehmen, aber auch fähig zu sein, miteinander und übereinander zu lachen.

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