Wenn Eltern einander nicht ehren

Eltern sollen einander respektieren und ergänzen, auch wenn sie verschiedene Herangehensweisen haben. Davon profitieren auch die Kinder.

Familie Mayer hat drei erwachsene Söhne, die nicht erwachsen werden wollen. Sie leben ein fröhliches Studentenleben und kommen nicht recht voran. Nach dem Studienerfolg gefragt, weichen sie aus: das gehe die Eltern nichts an. Aber sie stellen Ansprüche – im Hotel Mama.

Wenn es um das Zusammenhelfen geht, fühlt sich keiner zuständig.

Verschiedenartigkeit kann eine Bereicherung sein

Die Mutter ist verständnisvoll, fürsorglich und weich, der Vater tüchtig, sachlich und streng. An sich eine gute Ergänzung, wenn man einander respektiert und die gemeinsame Linie findet. Doch daran scheitert es. Wenn der Vater die Söhne zur Rechenschaft zieht, nimmt die Mutter sie in Schutz und beschwichtigt. Statt einander zu würdigen, kritisieren und untergraben die Eltern einander.

Die Mutter hat Erziehungsarbeit zum Monopol gemacht und so manches verharmlost und verheimlicht. Er hat resigniert und sich abgewendet: „Dann mach doch!“ – um jedoch mit Kritik nicht zu sparen. Ergreift er einmal das Wort, redet sie hinein. Kein Wunder, dass ihre Beziehung kriselt.

Kinder zwischen zwei Stühlen

Bei diesem Spiel verlieren alle: die Mutter ist für alles zuständig und überfordert und erntet nicht etwa Dank von den Söhnen. Sie empfinden sie als hilflos und schwach. Ihre frommen Reden werden nicht ernst genommen.

Der Vater wird nicht geehrt und empfindet sich im Abseits. Den Söhnen fehlt es an Disziplin und Durchhaltevermögen – keine guten Voraussetzungen für den Start ins Leben. Langsam merken sie, dass sie am Karriereweg hinter den anderen liegen. Das nagt am Selbstbewusstsein.

Gemeinsame Linie statt Rivalität

Die Eltern müssen einander zuhören, ernst nehmen und unterstützen. Sie können sich durchaus in ihrer Andersartigkeit einbringen: Es ist OK, dass die Mutter mütterlich weich und der Vater väterlich streng ist – vorausgesetzt sie akzeptieren und ergänzen einander. So lernen auch Kinder ganz selbstverständlich, ihre Eltern zu achten und zu respektieren. Die Verschiedenartigkeit der Bezugspersonen stellt eine Bereicherung für Kinder dar, wenn sie nicht in Rivalität ausartet. Elternkonflikte müssen in Fairness und Wertschätzung ausgetragen werden, manches besser unter vier Augen.

Elternbildung und Beratung können helfen, unterschiedliche Standpunkte auszudiskutieren und eine gemeinsame Linie zu finden. Das mag mühsam sein, doch das Ergebnis bringt der ganzen Familie Segen.

Noch etwas: Kein Individuum und keine Familie ist perfekt. Daher ist es unerlässlich, einander immer wieder die Hand zur Versöhnung zu reichen und einen Neubeginn zu wagen. Beziehungen leben von diesem täglichen, lebendigen Austausch.

Maria Neuberger-Schmidt

Wenn es um das Zusammenhelfen geht, fühlt sich keiner zuständig.

Verschiedenartigkeit kann eine Bereicherung sein

Die Mutter ist verständnisvoll, fürsorglich und weich, der Vater tüchtig, sachlich und streng. An sich eine gute Ergänzung, wenn man einander respektiert und die gemeinsame Linie findet. Doch daran scheitert es. Wenn der Vater die Söhne zur Rechenschaft zieht, nimmt die Mutter sie in Schutz und beschwichtigt. Statt einander zu würdigen, kritisieren und untergraben die Eltern einander.

Die Mutter hat Erziehungsarbeit zum Monopol gemacht und so manches verharmlost und verheimlicht. Er hat resigniert und sich abgewendet: „Dann mach doch!“ – um jedoch mit Kritik nicht zu sparen. Ergreift er einmal das Wort, redet sie hinein. Kein Wunder, dass ihre Beziehung kriselt.

Kinder zwischen zwei Stühlen

Bei diesem Spiel verlieren alle: die Mutter ist für alles zuständig und überfordert und erntet nicht etwa Dank von den Söhnen. Sie empfinden sie als hilflos und schwach. Ihre frommen Reden werden nicht ernst genommen.

Der Vater wird nicht geehrt und empfindet sich im Abseits. Den Söhnen fehlt es an Disziplin und Durchhaltevermögen – keine guten Voraussetzungen für den Start ins Leben. Langsam merken sie, dass sie am Karriereweg hinter den anderen liegen. Das nagt am Selbstbewusstsein.

Gemeinsame Linie statt Rivalität

Die Eltern müssen einander zuhören, ernst nehmen und unterstützen. Sie können sich durchaus in ihrer Andersartigkeit einbringen: Es ist OK, dass die Mutter mütterlich weich und der Vater väterlich streng ist – vorausgesetzt sie akzeptieren und ergänzen einander. So lernen auch Kinder ganz selbstverständlich, ihre Eltern zu achten und zu respektieren. Die Verschiedenartigkeit der Bezugspersonen stellt eine Bereicherung für Kinder dar, wenn sie nicht in Rivalität ausartet. Elternkonflikte müssen in Fairness und Wertschätzung ausgetragen werden, manches besser unter vier Augen.

Elternbildung und Beratung können helfen, unterschiedliche Standpunkte auszudiskutieren und eine gemeinsame Linie zu finden. Das mag mühsam sein, doch das Ergebnis bringt der ganzen Familie Segen.

Noch etwas: Kein Individuum und keine Familie ist perfekt. Daher ist es unerlässlich, einander immer wieder die Hand zur Versöhnung zu reichen und einen Neubeginn zu wagen. Beziehungen leben von diesem täglichen, lebendigen Austausch.

Maria Neuberger-Schmidt

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